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Filmrezension "Frost/Nixon"

Als der amerikanische Ex-Präsident Richard Nixon dem Drängen des britischen Talkshow Masters David Frosts nachgab, eine TV Interviewreihe mit allen brisanten Themen vom Vietnam Krieg bis zur Watergate Affaire zu starten, war er nicht der einzige dem es darum ging sein angekratztes Image wieder aufzupolieren. Im Jahr 1977, drei Jahre nachdem er als Präsident der Vereinigten Staaten zurück getreten war, hing über Nixon immer noch der Schatten der Fehltritte, die seine Karriere ruiniert hatten. Frost hingegen hatte als Showmaster versagt und war wegen mangelndem Profil für die mediale Branche einfach nicht mehr relevant. Mit dieser Interview Reihe sah er seine Chance gekommen seinen untergehenden Stern wieder aufleuchten zu lassen und investierte eine halbe Million Dollar aus eigener Tasche in die Produktion.

Es lässt sich erahnen: Der Großteil des Films besteht aus dem Dialog Nixon – Frost. Besonders erwähnenswert ist Frank Langellas beeindruckende Darstellung Richard Nixons. Dabei ist es weniger seine Imitation von Nixons typischen Verhaltensweisen die heraus sticht, als vielmehr das sehr plastische Portrait einer gequälten Seele. Seine Leinwandpräsenz ist beeindruckend und wird durch seine basslastige Stimme noch verstärkt, weshalb er die meisten Szenen (zumindest im englischen Original) klar dominiert. Gleichzeitig lässt er Michael Sheen aber doch genug Raum, wenn sein Charakter Frost quasi zum Gegenschlag ausholt und die verbalen Taktierereien seines Gesprächsgegenübers an den Pranger stellt.
Deutlich wird dabei aber immer, dass Frost Nixon intellektuell eigentlich nicht gewachsen ist, weshalb er zu anderen Waffen greifen muss: Jugendliches Charisma und ein nimmermüdes Mitarbeiter Team, angeführt von Terrier James Reston Jr. (Sam Rockwell), der seinem Kollegen unter anderem die Information zuspielt, dass Nixon von der Watergate Thematik sogar schon viel eher gewusst haben muss, als bisher angenommen.

Immer wieder gibt es aber auch Hinweise auf gegenseitige Achtung und Anerkennung, versteckt in packende Duelle zwischen Langella und Sheen. Beide haben schließlich auch jahrelange Erfahrung: Sie haben ihr psychologisches Duell bereits auf Bühnen in London und am Broadway zwei Jahre lang dargeboten. Stückeschreiber Peter Morgan, der auch schon "The Queen" und "The Last King of Scotland" verfasst hat, schrieb sein Bühnenstück extra für eine Leinwandversion um.
Ron Howard hat in seinen Filmen nicht sehr oft die Bereitschaft gezeigt, die dunkleren Seiten seiner Charaktere zu präsentieren. Seine Regiearbeit hält sich hier glücklicherweise angenehm zurück und lässt seinen Darstellern offenbar alle Freiheiten bei ihrer Darbietung.

Frost/Nixon ist eine sehr gelungene Verfilmung der Hintergrundgeschichte der TV Duelle zwischen Nixon und Frost in den siebziger Jahren. Es ist anzunehmen, dass Augenzeugen der Nixon Präsidentschaft dem Film noch mehr abgewinnen können, aber auch für den Rest (mich eingeschlossen) ist der Film absolut sehenswert.

19.3.09 16:49
 


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