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Wohin Atheismus führen kann

„Down-Syndrom” wird eine nach dem Entdecker benannte Besonderheit in den Erbanlagen mancher Menschen genannt: Ein bestimmtes Chromosom ist bei ihnen dreifach vorhanden. Das hat in unterschiedlichem Ausmaß einige körperliche, psychische und geistige Folgen. So haben „Downies“ eine verringerte Muskelspannung. Vom Durchschnittsmenschen unterscheiden sie sich auch in ihrer Wesensart. Sie sind nämlich nicht ehrgeizig, nicht egoistisch und nicht hinterlistig, sondern in der Regel offen, freundlich und liebevoll. Viele Eltern fürchten sich davor, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, denn die Erziehung eines solchen Kindes muss natürlich anders als gewohnt ablaufen. Sie ist anstrengender, weil Downies Zeit ihres Lebens - mehr oder weniger - Hilfe benötigen. Da man aber das Syndrom bereits in der Frühphase der Kindesentwicklung im Mutterleib feststellen kann, hat man dafür eine staatlich unterstützte „Lösung“ gefunden: Das Kind wird im Mutterleib umgebracht, und zwar in 90 Prozent der Fälle.

Einem der führenden und wohl bekanntesten Atheisten, Richard Dawkins, sind das wohl zehn Prozent zu wenig: In einem Twitter Beitrag rät er schwangeren Frauen, Downies abzutreiben und „es einfach nochmal zu versuchen". Die Frankfurter Allgemeine Zeitung warf ihm daraufhin vor, jegliche Aufklärungsabsicht zu torpedieren, denn Downies könnten durchaus ein erfülltes Leben führen. Dawkins sei offenbar „der Ansicht, dass behinderte Menschen in einer Optimierungsgesellschalt, in der sich der auf beständige Verbesserung jeglicher Art getrimmte Mensch am besten durchsetzt, nichts verloren haben. Die Normabweichung ist für ihn ein schlicht nicht lebenswertes Handicap." Die FAZ weist auch darauf hin, dass auf schwangeren Frauen ein enormer gesellschaftlicher Druck lastet, sich auf mögliche Gendefekte untersuchen zu lassen. Dieser Druck habe seit 2012 noch zugenommen, weil zu dieser Zeit ein neuer, sehr präziser Test auf den Markt kam.
Ganz ähnliche Tests werden übrigens in dem Science Fiction Streifen "Gattaca" aus dem Jahr 1997 von Arbeitgebern eingesetzt, um heraus zu finden, ob ein Bewerber tatsächlich über einwandfreies Genmaterial verfügt. Wer hätte gedacht, dass sich die Realität als noch kranker heraus stellen würde.
21.10.14 10:50
 


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