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Smile – you´re on camera!

Dass die Zahl der Kameras im öffentlichen Raum beständig anwächst, ist den meisten von uns sicherlich bewusst. Verkauft wird uns diese mediale Aufrüstung mit mehr Sicherheit, die natürlich niemand ablehnen könnte. Aber zu welchem Preis erkaufen wir uns diese Sicherheit? Eine Ahnung bekommt man bei einem Blick auf die chinesische Stadt Shenzen. China ist Vorreiter bei der flächendeckenden Aufstellung von Kameras im öffentlichen Raum und gerade mit seinem nationalen Punktesystem zur Erziehung seiner Bürger in den Schlagzeilen. In Shenzen zeigt man unverhohlen, wie man das Maximum aus diesem totalen Überwachungssystem heraus holt. Wagt es dort nämlich eine Person bei Rot über die Ampel zu gehen, wird ihr Porträt, der Name und die Sozialversicherungsnummer auf einem der riesigen LED Screens gezeigt, die überall montiert sind.

Möglich macht dies ein ausgefeiltes System von vernetzten Kameras und einer Software zur Gesichtserkennung, welches bereits im Frühjahr 2017 erstmalig in Betrieb genommen und jetzt perfektioniert wurde. Die Straßenverkehrssünder erhalten zudem umgehend eine SMS, in der ihnen der Verstoß dargelegt wird und die auch gleich über die Höhe der Strafe informiert. Erinnert so ein bisschen an die Strafzettel in dem Stallone Sci-fi Streifen "Demolition Man", die sofort an jedem Ort mit lauter Ankündigung ausgespuckt werden, falls man sich mal im Ton vergreifen und gegen das verbale Moralitätsgesetz verstoßen sollte oder?

Das Anti-Rotsünder System der Stadt Shenzen ist dabei ja nur ein kleiner Teil des riesigen, allsehenden Überwachungsnetzwerkes in China. Letzten Dezember demonstrierte man eindrücklich und mit stolzgeschwellter Brust dass man für das Auffinden einer bestimmten Person im öffentlichen Raum nicht mehr als sieben Minuten braucht. Im Februar rüstete man Polizisten mit Gesichtserkennungsbrillen aus und zwang Apple zur Herausgabe aller chinesischen iCloud Kontodaten. Im März schließlich ließ man die Bevölkerung wissen, dass man es mit dem nationalen Punktesystem durchaus ernst meint und Bürger mit schlechtem Punktestand vom Erwerb von Flug- oder Bahntickets ausschließen könne.

Das Beste zum Schluss: Durchgeführt werden alle diese Maßnahmen unter der Regentschaft von Xi Jinping, der erst kürzlich de facto zum Präsidenten auf Lebenszeit wurde, nachdem der Nationale Volkskongress für die Aufhebung der Amtszeitbeschränkungen gestimmt hatte. Chapeau. So etwas hätte unserem Ex-Zensurminister Heiko Maas sicherlich auch gefallen.

Dazu fällt mir eigentlich nur noch ein Zitat von Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach ein: "Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit".
5.4.18 14:51
 


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