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Do you want to be my Jürgen?

Wann ist man eigentlich pleite? Wenn man kein Geld mehr hat – oder wenn man sich keines mehr leihen kann, weil man schon vorher keines mehr hatte?

Griechenland jedenfalls hat gestern einen Hilferuf gestartet: „Leiht uns neues Geld, wir haben kein eigenes mehr. Und wenn ihr uns nichts leiht, sind wir pleite.“ Oder wie es heute morgen viel eleganter auf der Seite von focus.de steht:
„Ohne die nächste Kreditrate des Hilfspakets hält Griechenland nur noch bis Ende November durch. Dann ist die Staatskasse endgültig leer – sagt Griechenlands Regierungschef Samaras.“

Nun ist ja das Geld, dass die Griechen derzeit nicht mehr haben, auch schon nicht ihr Geld gewesen. Waren Sie also schon vorher pleite? Oder sind sie es jetzt? Oder jetzt eben nicht – dafür dann später?

Doch wie reimten wir früher als Kinder? Etwa so: „Alle Kinder freuen sich über den Kredit,nur nicht Jürgen,der musste bürgen.“

Bleibt die Frage: Do you want to be my Jürgen? Und falls nicht nicht meiner – dann wenigstens der für Griechenland ... Portugal ... Spanien ... Italien ... Wuppertal (ist auch ziemlich pleite) ... oder von Oberhausen? Oberhausen ist ja noch viel mehr pleite als Griechenland. Das merkt nur keiner. Weil man halt lieber Urlaub in Griechenland als in Oberhausen macht. Was irgendwie verständlich ist. Griechenland hat Sonne, Strand und die Akropolis. Oberhausen hat die Knappenhalde, ein Schlösschen und ein rostiges Gasometer.

Doch zurück zum würgenden Jürgen:

Wer glaubt eigentlich noch, dass Griechenland jemals einen einzigen Cent des geliehenen Geldes zurückzahlen wird? Das geht schon deshalb nicht, weil die Griechen dann sagen: „Wenn wir das zurückzahlen müssen, sind wir wieder pleite. Es sei denn, ihr leiht uns Geld, mit dem wir euch euer Geld zurückzahlen können. Und danach leiht ihr uns wieder Geld, damit wir dann nicht pleite sind.“

Das wäre doch eine glatte Lösung. Ein neuer Kreislauf. Das neue Perpetuum mobile der Weltwirtschaft. Jahrhundertelang haben sich Wissenschaftler die Zähne am Perpetuum mobile ausgebissen. Nun endlich ist es da. Da sage noch einer, dass aus Griechenland nichts mehr Großes kommt.

Wie auch immer. Vielleicht gehe ich heute Abend zu meinem Lieblingsgriechen. Ich freue mich schon auf den Gratis-Ouzo. „Der geht aufs Haus“, heißt es dann immer. Und dann werde ich antworten: „Nee nee, der geht ja wohl auf mich. And call me Jürgen.“
5.10.12 20:08
 


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